Menü

Christoph Niemann


Laufzeit: 14.09. bis 19.10.2014

Über dem Bett von Christoph Niemann hängt konkrete Kunst.

Ein Bild von Anton Stankowski, dem Grafiker und Künstler, der nicht nur das Logo der Deutschen Bank gestaltet hat, sondern auch das Signet des Museum für Konkrete Kunst. Nachdem Niemann für das Kunstmagazin Monopol sein Schlafzimmerbild interpretiert hatte, kam ihm die Idee für eine neue Serie von Grafiken: mit den Mitteln der Konkreten Kunst, in scheinbar strengen, technischen Kompositionen, widmete sich Niemann vertrauten Bildern und Zuständen rund um das Thema Essen und Trinken. Herausgekommen ist ein spielerischer Dialog, in dem der Betrachter herausgefordert wird, seine Vorstellungen zu Text, Bild, Realismus und Abstraktion zu hinterfragen. Nun wird die Serie erstmals gezeigt, an dem Ort, zu dem sie am besten passt: dem Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt.

Christoph Niemann ist Grafikdesigner, Künstler und Autor. Seine Arbeiten erscheinen regelmäßig auf den Titelseiten des New Yorker, WIRED und des ZEIT-Magazin. Niemann zeichnet, schreibt und animiert die visuelle Kolumne „Abstract Sunday” für das New York Times Magazine. Hierfür hat er von den Olympischen Spielen in London, der Kunst Biennale in Venedig sowie der Republican National Convention in Tampa, Florida berichtet. 2011 zeichnete er live den New York Marathon – während er ihn gleichzeitig lief. Anfang 2014 animierte Christoph Niemann einen Beitrag für das Projekt „Design and Violence” für das MoMA in New York.

2010 wurde er zum Mitglied der Hall Of Fame des New Yorker Art Directors Club ernannt.

Eckig, rund und bunt

Eine Ausstellung für die ganze Familie

Ausstellungsplakat "eckig, rund und bunt"

Laufzeit: 20.07. bis 19.10.2014

Mit der Ausstellung „Eckig, rund und bunt” zeigt das MKK erstmalig eine Sammlungspräsentation, die sich speziell an Kinder und Familien richtet.

Das gesamte zweite Obergeschoss des Museums verwandelt sich hierfür in eine faszinierende Welt voller leuchtender Farben und tanzenden Formen. Ganz im Sinne von Ursus Wehrlis „Kunst aufräumen“ wurde die Sammlung des MKK nach Farben neu geordnet. Malerei, Objekte und Videokunst erhalten durch die Präsentation in Farbräumen – von Weiß über Rot, Blau und Gelb bis hin zu Schwarz – eine völlig neue Wirkung. Damit auch die kleinen Museumsbesucher in den vollen Kunstgenuss kommen, werden Bilder, Skulpturen und Objekte in Augenhöhe der Kinder präsentiert. Den krönenden Abschluss bildet im hintersten Raum das offene Kreativlabor.

Eine vielfältige und oft überraschende Auseinandersetzung mit der Materialität von Farbe und Malerei steht im Zentrum der Ausstellung. Sei es in Form eines „Kissenbildes“ von Gotthard Graubner, das mit grüner Farbe vollgesogen ist, einer Collage von Timm Ulrichs mit Fotografien von roten und orangenen Tulpenfeldern, oder einem gelben Farbeimer von Christian Frosch. „eckig, rund und bunt” versammelt Werke, die viele Jahre nicht gezeigt wurden. Das von Anton Stankowski gemalte Museumslogo, das im Stil der Op Art gehaltene Farbrelief von Hans Jörg Glattfelder oder ein großes Gummi-Wandobjekt von Wilhelm Koch wurden für die Ausstellung extra aus den Museumsdepots hervorgeholt. Die Werke aus der Sammlung werden ergänzt von Leihgaben der Galerie Mariette Haas, der Sammlung Weishaupt und der Pro Museum Stiftung.

Durch die Anordnung der Werke nach dem Farbkreis von rot bis violett - eingerahmt von den Nichtfarben schwarz und weiß - werden die kleinen und großen Besucher spielerisch in die Theorie der Farbenlehre eingeführt. Anhand eines Raumes mit Werken in den drei Grundfarben von Stankowski, Goeschl und Niemayer wird das Thema „Farbenmischen” mit Textzitaten aus beliebten Farben-Kinderbüchern vermittelt.

Millimeterarbeit

Hartmut Böhm nimmt Maß

Ausstellungsplakat "Millimeterarbeit"

Laufzeit: 20.07. bis 19.10.2014

Zum ersten Mal stellt Hartmut Böhm seine umfangreiche Serie der Millimeterpapierarbeiten in der Öffentlichkeit aus. Diese Kabinettausstellung steht im Dialog mit Werken anderer Künstler aus der eigenen Museumssammlung, die von Hartmut Böhm als Künstler-Kurator ausgewählt wurden.

Den Ausstellungstitel wörtlich nehmend, vermisst Böhm die Sammlung des MKK unter dem Aspekt von Linie, Raster und Raum. Außerdem lud er den Berliner Künstler Arne Schreiber ein, die große Wand in der ersten Etage des Museums zu gestalten. Erneut entsteht eine temporäre Wandzeichnung.
Bei der Entwicklung der Millimeterarbeiten, die in den 1990er Jahren entstanden sind, kamen zwei Faktoren zusammen. Zum Einen wurde Hartmut Böhm damals auf die unterschiedliche Farbigkeit von Millimeterpapieren aus verschiedenen Ländern aufmerksam. Zum Anderen entwickelten die sowohl transparenten als auch blickdichten Millimeterpapiere in seinem hellen Atelierraum bei Überlagerung eine ganz besondere, an Aquarelle erinnernde, Farbigkeit – es entstanden neue Farbsättigungen, wie auch neue Farbtöne. Hinzu kommen die absolut regelmäßigen Linienstrukturen der Millimeterpapiere, die von einem unregelmäßigen weißen Rahmen umrandet sind. Durch das Kombinieren und Falten der Papiere entsteht eine Abweichung ihrer Regelmäßigkeit, quasi eine Störung im System.

Bei der Auswahl der anderen Arbeiten war es für Hartmut Böhm wichtig, dass sie sowohl thematisch den Aspekten Linie, Zeichnung und (Denk)Raum zuzuordnen sind, als auch dass sie lange nicht mehr im Museum zu sehen waren. Die Ausstellung zeigt unter anderem Papierarbeiten, Serigrafien, Konkrete Poesie und Malerei von Künstlern wie Max Cole, Hermann Glöckner und Erwin Heerich. Zudem sind die Stellwände, auf denen die Kunstwerke präsentiert werden, Elemente einer von Hartmut Böhm entwickelten räumlichen Progression - von 0° bis 90°. So wird die Ausstellungsarchitektur durch ihre Anordnung erstmalig auch zu einem temporären Kunstwerk. Seinem Millimeterpapierblock im hinteren Kabinett stellt Böhm einer ortsbezogenen Wandzeichnung von Arne Schreiber am anderen Ende der Ausstellung gegenüber. Schreiber verwendet hierfür einen in Ingolstadt gefundenen Ast, welcher als Schablone und Grundmaß fungiert, um die serielle Zeichnung auf der großen Wand auszuführen. Gleichzeitig wird die Wandzeichnung in den Kontext einer Reihe von Astzeichnungen auf Papier gestellt. Die Werke der Ausstellung sind dank eines neuen Beleuchtungssystems erstmalig besonders gut ausgeleuchtet.

Hartmut Böhm wurde 2009 in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design aufgenommen und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst. „Millimeterarbeit. Hartmut Böhm nimmt Maß” ist eine Ausstellung der Stiftung für Konkrete Kunst und Design und des Museums für Konkrete Kunst und ist in Zusammenarbeit mit Audi ArtExperience entstanden.

Vera Molnar

(Un)Ordnung. (Dés)Ordre.

Ausstellungsplakat "Vera Molnar"

Laufzeit: 30.03. bis 29.06.2014

Die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt richtet der ungarischen Künstlerin Vera Molnar (* 1924 in Budapest, Ungarn) zu Ehren ihres 90. Geburtstags eine umfangreiche Retrospektive aus. Seit 1947 lebt und arbeitet Molnar in Paris. Als eine große Pionierin der digitalen Kunst setzte sie bereits Ende der 1960er Jahre die ersten Großrechner als zentrales Hilfsmittel für die Gestaltung ihrer geometrisch-systematischen Werke ein und arbeitet seitdem kontinuierlich mit dem Computer. Ihre Handzeichnungen zu elementaren Formen wie dem Quadrat übersetzt sie in selbst geschriebene Programmierungen, die den Zufall als zentrales Gestaltungsprinzip berücksichtigen. So entwickelt sie Serien, in denen die strenge Regelmäßigkeit durch zufällige Störungen variiert wird.

Die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt verfügt über einen großen Bestand an Arbeiten von Vera Molnar, die seit 2010 in der Stiftung vertreten ist. Gemeinsam mit frühen, noch nie ausgestellten Zeichnungen aus dem Privatbesitz der Künstlerin und Werken weiterer Leihgeber gibt die Ausstellung mit knapp 100 Arbeiten einen umfangreichen Überblick über die künstlerische Entwicklung dieser einzigartigen Künstlerin. Noch vor Einführung des Computers schuf Vera Molnar Ende der 1950er Jahre ihre eigene „machine imaginaire“, die auf selbst erdachten Algorithmen basierte und mit der sie 10 Jahre arbeitete: „Ich stellte mir vor, ich hätte einen Computer. Ich entwarf ein Programm, und dann, Schritt für Schritt, realisierte ich einfache, begrenzte Serien, die aber in sich geschlossen waren, also keine einzige Formkombination ausließen.
Zentral bei Molnar ist stets das Prinzip der Variation und auch Reduktion. Mit dem Computer als Hilfsmittel analysiert sie in Form von Serien und auf der Basis einfacher mathematischer Regeln, wie sich Wahrnehmungsprozesse durch minimale Verschiebung und Umgestaltung verändern können. Die Ausstellung ist nach verschiedenen Themen geordnet, innerhalb derer ein Bogen von frühen bis hin zu aktuellen Arbeiten gespannt wird. In dieser Gegenüberstellung werden die zentralen Themen, denen sich Molnar nun schon jahrzehntelang widmet, deutlich. Diese sind neben den Grundformen Kreis und Quadrat auch die intensive Beschäftigung mit der Linie sowie die Variation bestimmter Buchstaben.

Neben Zeichnungen, Collagen, Computerzeichnungen, Fotografien und Gemälden ergänzt die Ausstellung eine über 5 Meter hohe Wandinstallation, die Vera Molnar speziell für die Präsentation entworfen hat. An einer weiteren, interaktiven Installation kann der Besucher die Enstehungsprozesse vieler Arbeiten nachvollziehen.

Die Ausstellung findet mit freundlicher Unterstützung von Audi ArtExperience statt.

Neon

Vom Leuchten der Kunst

Ausstellungsplakat "neon"

Laufzeit: 01.12. bis 09.03.2014

Aus dem Alltag, aus Werbung, Mode, Medien und Verkehr ist Neon als Signal-Farbe jedermann bekannt, Neon erregt Aufmerksamkeit, rüttelt auf, warnt und wirbt. Seit in den 1960er Jahren Künstler vermehrt mit der Wirkung von fluoreszierenden Farben experimentierten, leuchtet und strahlt es auch in Museen und Galerien. Gerade in den letzten Jahren gewann das Thema in der Kunst erneut an Bedeutung – doch warum setzen die Künstler Neon als konstituierendes Element ein?

Mit „Neon – Vom Leuchten der Kunst“ legt erstmals eine Ausstellung den Schwerpunkt auf die Verwendung von Neonfarben im künstlerischen Kontext und geht diesem Thema mit der Präsentation von ausgewählten Gemälden, Skulpturen, Installationen und Fotografien, bei denen der Charakter der Tagesleuchtfarben die ästhetische Wirkung des Werkes entscheidend bestimmt, umfassend nach.

Rupprecht Geiger, einer der Pioniere der Verwendung von Tagesleuchtfarbe in der Kunst, hatte es sich zum Ziel gemacht, den Betrachter ganz mit Farbe zu umfangen. Ab dem Jahr 1962 bediente er sich dafür vermehrt auch der Leuchtkraft von Neonfarben, die durch die Reflektion des Lichtes noch kräftiger wirken und damit auch direkter die Wahrnehmung des Betrachters beeinflussen. Während Geiger Neon als reine Farbe verwendete, experimentierte Manfred Kuttner in geometrischen Kompositionen mit den neuen Pigmenten, und lackierte zudem Objekte wie Fahrradsattel und Schreibmaschine in Leuchtfarbe. Hartmut Böhm oder Kuno Gonschior, für die die Verwendung von Neonfarbe bzw. fluoreszierendem Plexiglas nur ein zeitweiliges Experiment in ihrem gesamten Œuvre darstellt, schufen in Neon einzigartige und charakteristische Werkgruppen. Mit den alltäglichen Verwendungen von Neonfarben spielen Künstler wie Rolf Glasmeier, der eine Kühlschranktür mit Preisetiketten beklebte oder Thomas Ruff, der die Farben knalliger Comics am Computer extrahiert und in einer überdimensionalen Fotografie neu komponiert hat. Von Günter Fruhtrunk bis Anselm Reyle, von Arne Quinze bis Katharina Grosse, von Sylvie Fleury bis zu Jeremy Deller und Shannon Finley interessieren sich Künstler unterschiedlichster Generationen und verschiedenster Ausrichtung für die Besonderheiten der lichtreflektierenden Farbe.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit vielen aktuellen Künstlerstatements zum Thema Neonfarben sowie Texten von Amely Deiss, Karin Lutzenberger und Tillmann Prüfer, in denen neben kunsthistorischen Aspekten auch die chemisch/technische Seite und die Alltagsverwendung von Neonfarben dargelegt werden.