Schwarz auf Weiß

Highlights aus der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design

Ausstellungsplakat "Schwarz auf Weiß"

Laufzeit: 21.06. bis 11.10.2015

Das Münchner Sammlerehepaar Maximilian und Agathe Weishaupt kooperiert seit 2009 mit dem Museum für Konkrete Kunst und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design. Die letzte öffentliche Präsentation ihrer Sammlung liegt einige Zeit zurück. Seitdem haben sie viele wichtige Kunstankäufe getätigt, die noch nie öffentlich gezeigt wurden. Reduzierte Positionen vor allem in schwarz und weiß spielen eine auffällige Rolle, darunter wichtige Arbeiten von François Morellet, Richard Serra, Günther Uecker, Roland Fischer, Günter Fruhtrunk und Raimund Girke. Skulpturen, Malerei, Papierarbeiten und Fotografien bilden eine abwechslungsreiche Präsentation. Kombiniert mit Werken aus der Stiftung für Konkrete Kunst und Design zeigt das Museum eine große Überblicksausstellung, die belegt, dass schwarzweiße Werke alles andere als farblos sind. Insgesamt werden rund 80 Werke von über 50 Künstlern gezeigt.

Der Kooperationsvertrag mit dem Museum für Konkrete Kunst ermöglicht dem Museum auf unkomplizierte Weise den Zugriff auf die Sammlung, ohne dass dabei Kosten für Depot, Leihverkehr und Verwaltung entstünden. Diese Form der Zusammenarbeit ist außergewöhnlich und legt einen wichtigen Grundstein für das geplante neue Museum, das 2018 in der Gießereihalle in Ingolstadt eröffnen soll. „Wir freuen uns über die enge inhaltliche Zusammenarbeit mit dem Museum für Konkrete Kunst und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design. Dies ermöglicht es uns, unsere Werke immer wieder in anderen Kontexten auszustellen”, äußerten sich die Münchner Kunstliebhaber. Zuletzt waren Sammlungswerke in der Ausstellung „Millimeterarbeit. Hartmut Böhm nimmt Maß” im Sommer 2014 im Museum für Konkrete Kunst zu sehen.

Vor 100 Jahren stellte Kasimir Malewitsch erstmals sein Gemälde „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund” aus. Das Werk ist nicht nur eine Ikone der Malerei des 20. Jahrhunderts, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für zeitgenössische junge Künstler. Der Kölner Künstler Lars Breuer hat sich intensiv mit schwarzer Monochromie beschäftigt, sein Werk beinhaltet zahlreiche schwarze Quadrate. Für die Ausstellung „Schwarz auf Weiß” entwirft Lars Breuer für das Erdgeschoß verschiedene schwarzweiße Schrift-Wandarbeiten, die sich mit der Architektur vor Ort zusammenfügen. Dabei bezieht er sich auf die Ursprünge der konkret-konstruktiven Kunst und schafft einen verbindenden Rahmen für Sammlungs- und Stiftungskünstler.

Beteiligte Künstler

Hermann Bartels, Hans Berchtenbreiter, Svava Björnsdottir, Hartmut Böhm, Arturo Bonfanti, Lars Breuer, Helmut Bruch, Erich Buchholz, John Carter, Nicolas Chardon, Norman Dilworth, John und Joe Dumbacher, Roland Fischer, Christoph Freimann, Günter Fruhtrunk, Raimund Girke, Rolf Glasmeier, Hans Jörg Glattfelder, Jon Groom, Edgar Gutbub, Dieter Hacker, Ha Chong-Hyun, Fritz Klemm, Imre Kocsis, Kubach & Kropp, Sonja Landberg, Camill Leberer, Sol LeWitt, Heinz Mack, Julia Mangold, Christian Megert, Vera Molnar, Francois Morellet, Ben Muthofer, Osamu Nakajima, David Nash, Otto Nemitz, David Ortins, Otto Piene, James Reineking, Robert Rotar, Robert Sagerman, Robert Schad, Klaus J. Schoen, Steffi Schöne, J. J. Schoonhoven, Richard Serra, Klaus Staudt, Heiner Thiel, Bill Thompson, Timm Ulrichs, Günther Uecker, Xiao Hui Wang, Peter Weber, Ludwig Wilding, Susan York

Caro Jost

Final Traces of the Abstract Expressionists

Ausstellungskarte "Caro Jost"

Laufzeit: 13.05. bis 07.06.2015

Die Ausstellung zeigt das künstlerische Resultat der Spurensuche von Caro Jost nach den ehemaligen Künstlerstudios der Abstrakten Expressionisten in New York. Ein 45 minütiger Film führt zu den Originalschauplätzen, an denen Jackson Pollock, Mark Rothko, Willem de Kooning u.a. ab den 1940er Jahren gelebt und gearbeitet haben. Mit investigativem Gespür wandelt die Künstlerin und Filmemacherin Caro Jost auf den ehemaligen Pfaden dieser Maler durch das heutige New York und zeigt, was von den Orten, an denen Kunstgeschichte geschrieben wurde, heute noch sichtbar ist.

Parallel zu dieser Dokumentation entstand unter Verwendung des Foto- und Filmmaterials eine Serie themenbezogener Bildwerke. Arbeiten daraus sind im Kontext einer Wandinstallation im Erdgeschoss des Museums ausgestellt.

Der Film wurde 2014 fertig gestellt und u.a. bereits im K20, Düsseldorf, im Mies van der Rohe Haus, Berlin, bei den Festivals NewFilmMakers, New York und bei American Documentary, Palm Springs gezeigt

Rething!

Designobjekte im Wertewandel

Ausstellungsplakat "Rething"

Laufzeit: 08.03. bis 07.06.2015

Das Museum für Konkrete Kunst wird im zukünftigen Neubau in der Gießereihalle um den Schwerpunkt Design erweitert werden. Seit Jahren baut das Museum deshalb eine Sammlung auf, die inhaltlich in Bezug zur Konkreten Kunst steht. Dabei stellt sich die Frage, wie ein modernes Designmuseum konzipiert sein muss, um auf die Anforderungen der Zeit zu reagieren. Speziell die Präsentationsformen und die Erzählungen, die sich mit den Objekten verbinden, sollen einen Bezug zur Gegenwart herstellen und die Verbindung zum Alltag, aus dem sie ursprünglich stammen, sichtbar bleiben lassen.

Die Studierende der Fakultät für Design von der Hochschule München wurden deshalb eingeladen, die Designsammlung zu sichten und die Dinge neu zu inszenieren. Ein wichtiger Ansatz ist dabei, die Objekte nicht museal auf den Sockel zu heben, sondern sie als „Ding” funktional und ästhetisch zu begreifen.

Jetzt noch mehr Inhalt!

Stephanie Senges Konsumkonstruktivismus

Ausstellungsplakat "Jetzt noch mehr Inhalt. Stephanie Senge"

Laufzeit: 08.03. bis 07.06.2015

Die Berliner Künstlerin Stephanie Senge setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit schon seit vielen Jahren mit der Warenwelt und unserem Verhältnis zu Gegenständen und Konsum auseinander. Sie macht Ikebana aus alltäglichen Objekten, Mandalas mit Produkten aus 100-Yen-Shops und öffentliche Aktionen und Performances zum „starken Konsumenten”. Dabei geht es ihr nicht um platte Konsumkritik, sondern Senge möchte zu einem bewussten Umgang mit den Dingen einladen.

In ihrer neuen Serie des „Konsumkonstruktivismus” bezieht sie sich mit Bildern aus Verpackungen auf Ikonen der konkreten und konstruktivistischen Kunst. Die Arbeiten von Stephanie Senge werden zusammen mit Highlights aus der Sammlung des MKK präsentiert. Ähnlich wie den Konstruktivisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts geht es ihr um die Ästhetik des Alltags.

In zahlreichen Aktionen speziell auch in der EDEKA-Filiale in der Theresienstraße wird sie auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Die Kunst kommt in den Supermarkt und der Supermarkt ins Museum!

Einknicken oder Kante zeigen?

Die Kunst der Faltung

Ausstellungsplakat "Die Kunst der Faltung"

Laufzeit: 09.11. bis 22.02.2015

Gefaltet wird überall auf der Welt und in nahezu allen Lebenslagen. Und doch ist es ein recht verborgenes Thema - denn kaum jemand ist sich bewusst, wie oft man selbst mit Knicken und Falten, mit der Technik und ihren Ergebnissen zu tun hat. In der ungegenständlichen Kunst war die Faltung von Beginn an ein wichtiges Thema - und zugleich auch eine zentrale Methode: Die Aufgabe der Zentralperspektive im Kubismus und später im Konstruktivismus führten sowohl in der Malerei als auch in der Plastik zu zerlegten, mit Kanten und Brüchen versehenen Objekten. Gefaltet wird bis heute in der Kunst nicht nur mit Papier oder Textilien, sondern auch mit Metall, Plastik und Keramik - bis hin zur Leinwand. In der Fotografie und im Film spielt der reproduzierte Knick als illusionistische Täuschung eine große Rolle.

In der Ausstellung „Einknicken oder Kante zeigen? Die Kunst der Faltung” stehen vor allem zeitgenössische Positionen im Zentrum, die Faltungen verschiedenster Art zum Thema des Werks machen und damit Grundfragen der konkret-konstruktiven Kunst berühren. Bislang gab es noch keine Museumsschau, die so umfänglich die jüngsten Entwicklungen zu diesem Thema darstellte. Über 40 internationale Künstler sind mit Malerei, Skulptur, Video und Fotografie im Museum für Konkrete Kunst vertreten - und zeigen überraschende, sinnliche, technische oder auch komische Aspekte der Faltung. Eigens für die Ausstellung wird Katja Strunz eine große Wandinstallation entwerfen, und Terry Haggerty realisiert ein neues Wandgemälde von mehr als zwanzig Metern Länge.

Ab März 2015 wird die Ausstellung in leicht veränderter Form im Kunstraum Alexander Bürkle in Freiburg zu sehen sein. Ein reich bebilderter Katalog mit mehreren Essays und vielen Künstlerstatements erscheint im Kehrer Verlag.

Mit Werken von

Kirsten Arndt, Enrico Bach, Miriam Böhm, Thomas Chapman, Mariana Castillo Deball, Stefan Eberstadt, Christiane Feser, Eberhard Fiebig, Tibor Gayór, Hermann Glöckner, Tamara Grcic, Terry Haggerty, Erich Hauser, Samuel Henne, Ewerdt Hilgemann, Hösl & Mihaljevic, Schirin Kretschmann, Peter K. Koch, Camill Leberer, Alf Lechner, Alexandra Leykauf, Dora Maurer, Olaf Metzel, Ingo Mittelstaedt, Alison Moffett, Ben Muthofer, Johanna von Monkiewitsch, Sara Pfrommer, Hanns Schimansky, Simon Schubert, Rainer Splitt, Brigitte Stahl, Natalia Stachon, Katja Strunz, Friedrich Teepe, Timm Ulrichs, Peter Weber, Albert Weis, Denise Winter, Haegue Yang und Annett Zinsmeister.