Neuzugänge

Wie das MKK die Konkrete Kunst nicht als geschlossenes, historisches Phänomen begreift, so ist auch der Status seiner Sammlung offen. Seit dem Ankauf der Sammlung Gomringer im Jahr 1981 sind zahlreiche Werke aus den vielfältigen Strömungen der Konkreten Kunst hinzugekommen. Neuzugänge – ob Ankäufe, Leihgaben oder Schenkungen – führen dazu, dass in jedem Jahr der Bestand des MKKs und damit seine Bedeutung wächst. 

Jens Quistgaard


Eiskübel mit Deckel, Jens Harald Quistgaard für Dansk International Designs, Kopenhagen, Entwurf: 1960, Höhe: 49 cm, Sammlung I. und W. Funke im Museum für Konkrete Kunst, Foto: Hubert P. Klotzeck

Die großzügige Schenkung des Ehepaars Inge und Wilfried Funke kam in mehreren Etappen von 2014 bis 2017 ans Museum für Konkrete Kunst. Teil dieser Sammlung ist der Eiskühler von Jens Quistgaard. Dieser gleicht mehr einer Skulptur als einem Haushaltsgegenstand und zieht sicherlich auf jeder Gartenparty die Blicke auf sich. Auch in unserer aktuellen Ausstellung Funke Fengel, die noch bis Februar 2018 besucht werden kann, ist das Objekt ein Blickfang und das nicht nur auf Grund seiner Höhe von 49 Zentimetern.

Der Behälter aus geöltem Teakholz beschreibt eine leichte Außenwölbung und verjüngt sich nach unten hin, damit wirkt er trotz seiner Größe sehr elegant. Besonders markant ist der Griff, der sich aus dem Korpus entwickelt und durch eine ebenfalls gewölbte Querstrebe zum Tragegriff wird. Innen ist der Eiskühler farbig ausgekleidet, diesen Einblick erhalten allerdings nur die Mitarbeiterinnen aus der Inventarisierung, da der runde Holzdeckel das Innenleben für die Museumsbesucher/ innen verborgen hält.

Karl Gerstner


Karl Gerstner, Colour sound, 1972, 80 x 80 cm, Sammlung Dr. Karin und Dr. Wolfgang Hofter, Köln/ Heidelberg im Museum für Konkrete Kunst, Foto: Hubert P. Klotzeck

Im Oktober 2016 – rechtzeitig zur Ausstellung „Logo. Die Kunst mit dem Zeichen“ – kamen Karl Gerstners Arbeiten aus der Reihe „Colour Sound“ durch eine Schenkung von Dr. Karin und Dr. Wolfgang Hofter an das MKK. Die Exposition stellt Gerstner (1930-2017) als Grafikgestalter und als Vertreter der Konkreten Kunst vor. Tatsächlich changieren auch die beiden Werke zwischen rein künstlerischen und typografischen Arbeiten: Sich überlagernde quadratische Formen scheinen mittels feinster Farbabstufungen optisch in Schwingung versetzt und erinnern dabei auffällig an Buchstaben.

Stefan Eberstadt


Stefan Eberstadt, Clipped - onto, 2003, 42 x 188 x 172 cm, Museum für Konkrete Kunst, Foto: Hubert P. Klotzeck

Seit Juli 2015 befindet sich Stefan Eberstadts Skultpur „Clipped-onto” in der Sammlung des MKKs. Eberstadts Arbeiten bewegen sich zwischen den Grenzen von bildender und angewandter Kunst. Auch bei dem raumgreifenden Werk von 2003 ist nicht ganz zu entscheiden, ob es sich um Kunst, Architektur oder Design handelt.