Raum - Licht - Zeit

Inge Dick & Susa Templin

Inge Dick: Sommer Licht Weiss
Susa Templin: Constructions, Galerie Anita Beckers, 2020

Raum - Licht - Zeit: Inge Dick
Raum - Licht - Zeit: Susa Templin

Eröffnung: 01.05.2021

Mit den Künstlerinnen Inge Dick und Susa Templin zieht die Fotografie ins Museum für Konkrete Kunst ein. Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Positionen: Beide verstehen sich nicht als Fotografinnen, sondern nutzen lediglich das Medium. Jede bespielt eigenständig eine Etage des MKK und verhandelt dabei das Verhältnis von Raum, Licht und Zeit auf ihre eigene Weise.

Inge Dick (*1941) beschäftigt sich mit der Wirkung des Sonnenlichts auf monochrome Flächen, die für das menschliche Auge weitestgehend unsichtbar bleibt. Seit Jahrzehnten untersucht sie systematisch in Serien die Vielfalt der Lichtfarben abhängig von Jahres- und Tageszeiten und versucht diese mittels Fotografie und Film zu erfassen. Dazu filmt sie aus einer statischen Position über Stunden hinweg eine weiße Fläche und montiert im Nachhinein einzelne Filmstills in einem Bild aneinander. Das Ergebnis ist nicht etwa eine weiße Fläche, sondern ein nicht zu erwartendes buntes Farbspektrum.

Susa Templin (*1965) denkt von Räumen aus. Damit begreift sie sich weniger als Fotografin. Sie sieht sich als Künstlerin zwischen Malerei und Bildhauerei, deren Medium die analoge Fotografie ist. In jeder ihrer Arbeiten reflektiert sie die Lichtbildkunst mit, sodass diese zum Medium und zum Inhalt wird. Ihre Idee von Fotografie bringt Templin im MKK in den Raum – im wortwörtlichen und doppelten Sinne: Die Künstlerin installiert „Spatial Abstractions“ – Räume aus Bildern von Räumen – und reagiert dabei auf die Licht- und Zeitverhältnisse des Museums.

Die beiden Ausstellungen „Raum – Licht – Zeit: Inge Dick“ und „Raum – Licht – Zeit: Susa Templin“ zeigen, wie sich das Medium der Fotografie in die zeitgenössische Konkrete Kunst einfügt.

Kurt Laurenz Theinert

Lichtinstallation am MKKD

Kurt Laurenz Theinert, LICHTUNGEN, Hildesheim 2015. Foto: Ricardo Nunes

auf unbestimmte Zeit verschoben

Der Fotograf und Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert (*1963) konzentriert sein Schaffen auf visuelle Erfahrungen in einer abstrakten, farbigen Bildsprache. Für die Westfassade des MKKD verschränkt er mit seiner Installation „Pho Ton" analoge und digitale Verfahren, Sound, Rhythmus und Licht passgenau. Sein Werk wurzelt im frühen, konstruktivistischen Film und in der Geschichte der Farb-Licht- Orgel. Mit diesem speziellen Instrument verbindet Theinert Töne und Farben zu einer einzigartigen Komposition.