Gerold Tagwerker_constructor


Gerold Tagwerker, "construct_unfinished/XL", 2009, Ausstellungsansicht "FIFTY FIFTY - Kunst im Dialog mit den 50er Jahren", Wien Museum, Wien 2009

Laufzeit: 21.10. bis 03.03.2019

Laufzeit: 21.10. bis 03.03.2019  

Eröffnung am Samstag, den 20.10.2018
um 19.00 Uhr

Inspiriert von einem pädagogischen Spielzeug der 70er Jahre präsentiert Gerold Tagwerker mit “construct_unfinished” ein modulares Stecksystem aus identischen quadratischen Elementen, das als räumliche Struktur Ordnung schafft. Durch das Ineinanderstecken der Teile entsteht eine Konstruktion, die in die Architektur des Raumes eingreift. 

Eine Reduzierung oder Erweiterung der Struktur ist möglich; das Werk ist in verschiedensten Versionen veränder- und adaptierbar und bleibt so immer unvollendet. Begrenzt werden die Veränderungen nur durch das Modul an sich, die Möglichkeiten im Rahmen der Spielregeln des Stecksystems sowie die räumlichen Vorgaben der Ausstellungsfläche.

In der für diese Ausstellung adaptierten Version wird das Kunstwerk zur Schleuse zwischen Foyer und Ausstellungsraum, wird begehbar und bietet dahinter einen Spielraum an, in dem der Besucher selbst zum Akteur werden kann. Mit eigens für das Museum angefertigten Modulen können die Besucher das System spielerisch erproben und eigene Strukturen bauen, die dem Original gegenüberstehen.

Gemalte Diagramme

Bauhaus, Kunst und Infografik


Richard Paul Lohse, Fünfzehn systematische Farbreihen in progressiven Horizontalgruppen, Öl auf Leinwand, 150 x 150 cm, 1962, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Nick Koppenhagen, Witterungsreport II – Bunt- und Bleistiftzeichnung auf Papier, 59,4 x 84,1cm, 2014

Hartmut Böhm, Ohne Titel, Lithografie, 27,5 x 27,5 cm, 1961, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gefördert im Fonds Bauhaus heute der


Laufzeit: 31.03. bis 29.09.2019

Eröffnung am Samstag, den 30.03.2019
um 19.00 Uhr

Die Ausstellung „Gemalte Diagramme. Bauhaus, Kunst und Infografik“ legt offen, dass bis heute eine erstaunliche Wechselwirkung zwischen Infografik und Kunst besteht, deren Anfänge im Bauhaus und seinem Umfeld zu finden sind.

Ob Organisationspläne im Büro, Fieberkurven im Krankenhaus oder Wahlergebnisse im Fernsehen – Diagramme sind omnipräsent. Sie umgeben uns im Alltag und prägen unsere visuelle Erfahrung. Keine Zeitung oder Nachrichtensendung, die ohne diese Form des Infotainments auskäme. Wer etwas erklären oder von etwas überzeugen will, der versucht, Zahlen verpackt in Bildern zu liefern.

Diagramme sind Bilder, die statistische Größen und Größenbeziehungen vermitteln möchten; Bilder mit hohem Grad an Abstraktion, erzeugt mit minimalen Mitteln. Exakt so lassen sich viele Werke der Konkreten Kunst beschreiben. Dieser Parallele zwischen Infografik und Kunst geht das Museum für Konkrete Kunst (MKK) nach und spürt dabei auf, dass der Eindruck einer Ähnlichkeit nicht auf einem diffusen Gefühl beruht.

Mit dem Titel der Ausstellung nimmt sich das MKK dem Begriff einer Bauhaus-Schülerin an: Margaret Camilla Leiteritz ließ auf der Basis von Grafiken der Naturwissenschaften ihre „Gemalten Diagramme“ entstehen. Ausgehend hiervon nutzt das MKK die Irritation, die sich durch die Kombination der beiden Worte ergibt, für seine Präsentation zeitgenössischer Kunst: Das Gemalte lässt sich doch (zu) schnell mit dem Malerischen und dadurch mit einem subjektiven Kunstwerk gleichsetzen. Dem gegenüber steht das Diagramm als nüchterne, datengestützte und vermeintlich objektive Repräsentationsform. Die Ausstellung legt jedoch offen, dass seit der Zeit des Bauhauses bis in die Gegenwart eine erstaunliche Wechselwirkung zwischen Infografik und Kunst besteht.

Die Präsentation zeigt Werke von rund 30 internationalen Künstler*innen und demonstriert, wie Inhalte und Ästhetiken von Diagrammen auf subversive, ironische oder affirmative Art in der Bildenden Kunst eingesetzt werden. Andersherum betrachtet sie auch, welches Repertoire an künstlerischen Gestaltungsmitteln abermals von Grafikern*innen wie selbstverständlich angewandt wird. Aus beiden Perspektiven zeigt sich: Es geht immer um einen durch ästhetische Mittel gesteuerten Erkenntnisprozess, hinter dem im schlechtesten Fall die Manipulation und im besten Fall ein Wahrheitsgewinn steckt.