AV_MANILA_002

Bernhard Lang

Bernhard Lang: AV_MANILA_002, 2017 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Wie ein Flickenteppich aus verschiedenen Mustern und unterschiedlichen Materialien – so sieht der Ausschnitt aus der Megametropole Manila von oben aus. Hier zeigt sich das Gesicht eines der größten Probleme dieses Jahrtausends: die Überpopulation und die damit einhergehende Spaltung der Menschheit in Gewinner und Verlierer.
Zusammengetragene Reste werden zu den Behausungen der Ärmsten. Weggeworfenes wird zum Schutz vor Wind und Wetter. Nicht aus einem Trend heraus entstehen hier recycelte Tiny Häuser. Sie sind vielmehr Ausdruck der misslichen Lage, in der sich Millionen Menschen befinden. Dicht an dicht gepresst teilen sich die Nachbarshütten Wände. Ihre Bewohner sind zusammengedrängt mit nichts als stickiger Luft zum Atmen.
Im krassen Widerspruch dazu steht die Skyline am Hafen der philippinischen Hauptstadt. Die moderne Gesellschaft hat das Bild von Hunger und Armut an die Peripherie gedrängt. Bernhard Lang holt es in seiner Fotografie zurück in den Fokus. Undurchdringlich wirkt das Gewebe aus Wellblech, das von oben zur Farbfeldmalerei wird. Doch die verschiedenen Kolorierungen der Einzelteile deuten die unzählbaren individuellen Geschichten und Schicksale der Menschen an, die darunter ihr Leben führen.